 |
| |
|
| Auflage: |
4000 |
| Vertrieb: |
EFA |
| Label: |
Moonstorm |
| VÖ: |
Mai 2001 |
| Status: |
erhältlich |
|
Man
hört oft, dass das zweite Album einer Band die wichtigste Veröffentlichung
ist. Es weist den Weg und wird am kritischsten betrachtet. Wenn
das stimmt haben Scream Silence sicherlich mit ihrem zweiten Album
ihren Weg in die Eigenständigkeit gefunden.
Und wenn nur "Nick
Cave" sie 2001 vom ersten Platz im Orkus vertreiben konnte,
haben Scream Silence es wohl auch geschafft auf dem Internationalen
Markt zu zeigen was in ihnen steckt. Ein Album voller Perlen die
man gern auch 10 Mal hören kann, ohne zu ermüden. Um es
mit Stefan Walther´s Worten(Orkus) zu sagen:
so muß Gothic-Rock im Jahr 2001 klingen !
rezension 2001:
Wenn ich ehrlich bin, hätte ich der Band ein derart geniales
Album nach der letzten Maxi (Wolfsheim Cover) nicht zugetraut. Eine
Band, welche von Beginn an, das Problem besaß, mit einer bestimmten
Gruppe verglichen zu werden, ist aus deren Fußstapfen heraus
getreten, um einen eigenen Weg zu beschreiten.
Dazu beigetragen hat vor allem die Stimme von Hardy Fieting. Meine
Güte, hat sich dieser Mensch in dem kleinen Bereich zwischen
Kehlkopf und Lunge weiterentwickelt.
Da schwebt er mal kurz von Bauch zu Kopfstimme, dann versinkt er
wieder in tiefe Dunkelheit, um im nächsten Moment die Helligkeit
der Romantik über eine tiefe Traurigkeit zu legen. Es ist eine
Stimme, von der man gerne mal eine "Gute Nacht Geschichte"
vorgelesen bekommt.
Die Musik gehört zu denen, die das Wort Gothic wirklich verdient,
denn sie erzeugt eine Atmosphäre, wie man sie nur aus alten
englischen Gruselfilmen kennt. Man sieht fast das nebelverhangene
Schloß und die Brücke, die van Helsing in einer schwarzen
Kutsche überquert. |
Ein mit unglaublicher
Melancholie gespieltes Keyboard und die dunkel, fast doomig gespielten
Gitarren lassen erkennen, in welche Obhut sich der Reisende begibt.
Der von Schwermut getragene Opener läßt sich mit über
sechs Minuten Zeit, den Hörer ganz langsam in seinen Bann zu
ziehen. Das von wundervoller Melancholie und verspielten Keyboard
Parts durchzogene "forgotten days" erinnert ein wenig
an Century .
"Last Love" zeigt die Band dann von der etwas druckvolleren
Seite, wofür vor allem das etwas härtere Riffing an den
Saiten verantwortlich ist. Hardy schafft es auch hier die Oberhand
zu behalten und seinen Gesang eher auf die Melancholie des Keyboards
aufzubauen, um bei "New Life" auf seinen gesanglichen
Höhepunkt hin zu steuern.
Mit einer selten gehörten Variabilität wechselt er vom
Licht in die Finsternis und bestimmt auch das dunkel, traurige "satellite".
Ein Song der durch seinen dramatischen Aufbau begeistert. Ruhige
Klänge dienen als Intro, im Mittelteil wird ein wenig Bombast
hinzugefügt, dazu ein Refrain, mit dem man das Wort Schönheit
beschreiben könnte, und ein Ende, welches nur deshalb schockt,
weil es das Ende ist. Mit tiefsten Vocals begleitet wird das dunkle
Epos "transient". Nicht nur das einem andauernd eine Gänsehaut
über den Körper läuft, man beginnt einfach mit zu
leiden.
Mit "strange wings" wird man ein bißchen elektronischer,
ohne die Handarbeit zu vergessen. Und dann ist da wieder dieser
Refrain, ein Entziehen gelingt hier nicht mehr. Wenn fast jede Band
zum Ende hin abfällt, steigern sich Scream Silence in einen
Rausch der Melancholie. Auch nach mehrmaligen Hören, konnte
ich keine Schwachstelle erkennen, deshalb volle Punktzahl. Jetzt
sind doch glatt in meiner Begeisterung die Pferde durchgegangen,
wir vergeben ja keine Punkte, das ändert aber nichts an meiner
Meinung. Anspieltips: Song 1 bis 10.
Quelle: amboss-mag |